Bernoulligleichung (horizontal)
Berechnet den Druck p₂ bei horizontaler Rohrströmung (z₁ = z₂). Der hydrostatische Term entfällt; typisch für Venturi-Düsen und horizontale Rohrleitungen.
Variablen-Erklärung
Bernoulligleichung bei horizontaler Rohrströmung
Verlaufen Zu- und Ablaufquerschnitt auf gleicher Höhe (z₁ = z₂), entfällt der hydrostatische Term. Die Bernoulligleichung vereinfacht sich zur horizontalen Form:
p₁ + ½·ρ·v₁² = p₂ + ½·ρ·v₂²
Umgestellt nach p₂: p₂ = p₁ + ½·ρ·(v₁² − v₂²)
Der Venturi-Effekt
An einer Querschnittsverengung (Venturi-Düse) erzwingt die Kontinuitätsgleichung A₁·v₁ = A₂·v₂ eine höhere Geschwindigkeit v₂ > v₁. Nach Bernoulli geht diese Geschwindigkeitserhöhung mit einem Druckabfall einher: p₂ < p₁. Dieses Prinzip ist die Grundlage der Venturi-Durchflussmessung.
Zusammenhang mit der Kontinuitätsgleichung
Für kreisrunde Rohre mit Durchmessern d₁ und d₂ gilt: v₂ = v₁ · (d₁/d₂)²
| Durchmesserverhältnis d₂/d₁ | Geschwindigkeitsverhältnis v₂/v₁ |
|---|---|
| 0,5 | 4,0 |
| 0,7 | 2,04 |
| 0,8 | 1,56 |
Berechnungsbeispiel (Venturi-Düse)
Wasser (ρ = 1 000 kg/m³) strömt durch eine horizontale Venturi-Düse: v₁ = 2 m/s, p₁ = 300 000 Pa. Im engsten Querschnitt beträgt v₂ = 8 m/s.
- Dynamischer Anteil: ½ × 1 000 × (4 − 64) = −30 000 Pa
- p₂ = 300 000 − 30 000 = 270 000 Pa = 2,7 bar
Der Druckabfall von 30 000 Pa (0,3 bar) kann mit einem Differenzdrucksensor gemessen und daraus der Volumenstrom berechnet werden.
Anwendungen
- Venturi-Durchflussmessung in Rohrleitungen
- Vergaser (Kraftstoffzumischung durch Druckabfall)
- Injektoren und Strahlpumpen
- Kühlwasserregelung in Wärmetauschern
- Pneumatische Fördersysteme