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Strömungsmechanik

Bernoulligleichung (ideal)

p₂ = p₁ + ½·ρ·(v₁² − v₂²) + ρ·g·(z₁ − z₂)

Berechnet den Druck p₂ am Ausströmquerschnitt. Gilt für ideale, reibungsfreie Strömung ohne Energiezu- und -abfuhr.

Druck p₂:
Werte eingeben und berechnen

Variablen-Erklärung

p₂ = Druck am Punkt 2 (Ergebnis) in Pa
p₁ = Druck am Punkt 1 in Pa
ρ = Fluiddichte in kg/m³
v₁ = Geschwindigkeit (Punkt 1) in m/s
v₂ = Geschwindigkeit (Punkt 2) in m/s
z₁ = Geodät. Höhe (Punkt 1) in m
z₂ = Geodät. Höhe (Punkt 2) in m
g = Erdbeschleunigung (fest) in 9,81 m/s²

Bernoulligleichung bei reibungsfreier Strömung

Die Bernoulligleichung ist der wichtigste Energiesatz der Strömungsmechanik. Für ein ideales, inkompressibles Fluid ohne Reibung und ohne Energieaustausch bleibt die Gesamtenergie entlang einer Stromlinie konstant:

p₁/ρg + v₁²/2g + z₁ = p₂/ρg + v₂²/2g + z₂ = const

Umgestellt nach p₂ erhält man die hier verwendete Berechnungsformel:

p₂ = p₁ + ½·ρ·(v₁² − v₂²) + ρ·g·(z₁ − z₂)

Bernoulligleichung ideal – Rohrströmung mit zwei Querschnitten

Die drei Druckanteile

AnteilFormelBedeutung
Statischer DruckpDruck des ruhenden Fluids; messbar an der Rohrwand
Dynamischer Druck½·ρ·v²Kinetische Energie der Strömung
Hydrostatischer Druckρ·g·zLageenergie; abhängig von der geodätischen Höhe

Gültigkeitsbedingungen

  • Stationäre Strömung (zeitlich unveränderlich)
  • Inkompressibles Fluid (ρ = const, typisch für Flüssigkeiten und langsame Gasströmungen)
  • Reibungsfrei (ideales Fluid)
  • Keine Energiezufuhr oder -abfuhr (kein Pumpen, keine Turbinen)
  • Entlang einer Stromlinie

Typische Fluiddichten

Fluidρ (kg/m³)
Wasser (20 °C)998
Öl (hydraulisch)850–900
Luft (20 °C, 1 bar)1,20
Meerwasser1 025

Berechnungsbeispiel

Wasser (ρ = 1 000 kg/m³) strömt von Querschnitt ① (v₁ = 2 m/s, z₁ = 0 m, p₁ = 200 000 Pa) zu Querschnitt ② (v₂ = 4 m/s, z₂ = 3 m). Gesucht: p₂.

  • Dynamischer Anteil: ½ × 1 000 × (4 − 16) = −6 000 Pa
  • Hydrostatischer Anteil: 1 000 × 9,81 × (0 − 3) = −29 430 Pa
  • p₂ = 200 000 − 6 000 − 29 430 = 164 570 Pa ≈ 164,6 kPa

Der Druck sinkt, weil die Strömung schneller wird und gleichzeitig höher steigt. Beide Effekte entziehen dem statischen Druck Energie.

Typische Anwendungen

  • Venturi-Düse und Venturi-Messung (Durchflussmessung)
  • Tragflügeltheorie (Auftriebskraft durch Druckdifferenz)
  • Pitot-Rohr (Geschwindigkeitsmessung)
  • Düsen und Diffusoren in Turbinen und Kompressoren
  • Wasserverteilung in Rohrnetzwerken (Näherung)